Konstruierte Emotionstheorie
Viele Modelle versuchen, die Funktionsweise und Entwicklung von Emotionen zu erklären. Dieses neue Modell bietet eine neue Perspektive auf emotionale Fähigkeiten und ihre kulturellen Variationen.

Das Wichtigste im Überblick
- Emotionen sind dynamische mentale Konstrukte, weder angeboren noch universell.
- Theorie entwickelt von Lisa Feldman Barrett in den 1990er Jahren.
- Emotionen resultieren aus kognitiven Prozessen: Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Urteilsvermögen.
- Soziale und physische Kontexte (Kultur, Normen, Lärm, Beleuchtung) beeinflussen ihre Konstruktion.
- Klinische Implikationen: Arbeiten an Denkmustern, die mit emotionaler Regulierung verbunden sind.
1. Was ist die Theorie der konstruierten Emotion?
Die konstruierte Emotionstheorie ist eine relativ neue Perspektive auf dem Gebiet der Emotionspsychologie, die nahelegt, dass Emotionen keine statischen und universellen Einheiten sind, sondern mentale Konstruktionen, die sich aus der komplexen Interaktion zwischen verschiedenen kognitiven, sozialen und physiologischen Faktoren ergeben. Nach dieser Theorie sind die Emotionen nicht angeboren oder biologisch bestimmt, sondern von Individuen selbst durch einen Konstruktionsprozess geschaffen und reguliert, der die Zuordnung von Bedeutungen zu bestimmten Ereignissen oder sensorischen Erfahrungen beinhaltet.
Ein wenig Geschichte
Die theoretischen Grundlagen der konstruierten Emotionstheorie gehen auf die frühen 1990er Jahre zurück, als Lisa Feldman Barrett und Kollegen begannen, traditionelle Annahmen in der Psychologie der Emotionen in Frage zu stellen, dass Emotionen diskrete, universelle Einheiten sind, die durch spezifische Reize ausgelöst werden. Stattdessen schlug Barrett vor, dass Emotionen Konstrukte sind, die aus der Interaktion zwischen kognitiven, sozialen und physiologischen Prozessen entstehen, die alle von der Kultur, den Lebenserfahrungen und den sozialen Kontexten beeinflusst werden.
Die konstruierte Emotionstheorie legt nahe, dass Emotionen nicht durch spezifische physiologische Reaktionsmuster wie Herzrasen oder Schwitzen bestimmt werden, sondern durch Gedankenmuster, die diese Reaktionen in einem bestimmten Kontext als sinnvoll interpretieren. Zum Beispiel kann rasendes Herz als in einigen Situationen mit Angst verbunden interpretiert werden, aber als in anderen Situationen mit Aufregung verbunden.
2. WAS WIRD DIE THEORIE DES BAUGEBÜHRTEN EMOTIONSVORSCHLAGES?
Nach dieser Theorie sind Emotionen nicht angeboren, sondern von Individuen durch einen komplexen Prozess der emotionalen Regulierung konstruiert, bei dem bestimmte Reize oder Erfahrungen Bedeutungen zugeschrieben werden. Dieser Prozess beinhaltet die kognitive Bewertung von Stimuli, bei der sie auf der Grundlage des Vorwissens, der Überzeugungen und der Erwartungen des Einzelnen interpretiert werden. Zum Beispiel kann eine Person, die negative Überzeugungen über sich selbst hat, konstruktive Kritik als persönlichen Angriff interpretieren, der negative Emotionen wie Wut oder Traurigkeit auslösen kann.
Darüber hinaus legt die konstruierte Emotionstheorie nahe, dass Emotionen durch kognitive Prozesse wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Urteil reguliert werden.
Zum Beispiel kann eine Person ihre Emotionen regulieren, indem sie sich auf positive Aspekte einer Situation konzentriert und nicht auf negative Aspekte, oder indem sie sich an positive Erfahrungen erinnert, um einen positiven emotionalen Zustand zu verstärken.
Die Theorie der konstruierten Emotionen betont, dass Emotionen nicht nur individuelle Konstrukte sind, sondern auch von den sozialen Kontexten beeinflusst werden, in denen sie auftreten. Zum Beispiel können kulturelle Normen und soziale Erwartungen beeinflussen, wie Menschen ihre Emotionen interpretieren und ausdrücken. In einigen Kulturen kann der offene Ausdruck von Wut als unangemessen angesehen werden, während er in anderen Kulturen als eine akzeptable Form des emotionalen Ausdrucks angesehen werden kann.
Ebenso können soziale Rollen und zwischenmenschliche Beziehungen die Konstruktion und Regulierung von Emotionen beeinflussen. Zum Beispiel kann eine Person ihre Emotionen unterschiedlich regulieren, abhängig von ihrem sozialen Status oder ihrer Beziehung zu einer anderen Person. Emotionen können auch verwendet werden, um zwischenmenschliche Beziehungen aufrechtzuerhalten oder zu ändern, z. B. wenn eine Person Schmeichelei verwendet, um ihre Beziehung zu einer anderen Person zu verbessern.
3. WAS IST DER BEITRAG DIESER THEORIE ZUM VERSTÄNDIGEN VON EMOTIONEN?
Die Theorie der konstruierten Emotionen legt nahe, dass physische Kontexte auch die Konstruktion und Regulierung von Emotionen beeinflussen können. Zum Beispiel können Temperatur, Beleuchtung und Lärm alle die emotionalen Zustände der Menschen beeinflussen. Studien haben gezeigt, dass Menschen sich in lauten, überladenen Umgebungen ängstlicher fühlen können, während ruhige, friedliche Umgebungen entspanntere und positivere emotionale Zustände hervorrufen können.
Ein weiteres wichtiges Merkmal der konstruierten Emotionstheorie ist, dass sie erkennt, dass Emotionen keine automatischen Reaktionen auf Reize sind, sondern durch einen Konstruktionsprozess konstruiert werden, der signifikante individuelle Variationen beinhalten kann. Nach dieser Theorie können Individuen Unterschiede darin haben, wie sie ihre Emotionen basierend auf ihrem Hintergrund, ihrer Persönlichkeit und ihrem sozialen Umfeld konstruieren und regulieren.
Zum Beispiel können manche Menschen aufgrund ihrer Lebensgeschichte oder ihres Temperaments anfälliger für Angstzustände sein, während andere aufgrund ihrer Fähigkeit, ihre Emotionen effektiv zu regulieren, gegenüber stressigen Ereignissen widerstandsfähiger sind.
Schließlich hat die konstruierte Emotionstheorie wichtige Implikationen für die klinische Praxis, da sie darauf hindeutet, dass emotionale Störungen besser verstanden und behandelt werden können, indem die kognitiven und sozialen Prozesse untersucht werden, die ihrer Konstruktion und Regulierung zugrunde liegen. Klinische Interventionen können daher so konzipiert werden, dass sie Patienten helfen, Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen und zu verändern, die zur Konstruktion und Regulierung ihrer Emotionen beitragen.
Zusammenfassend stellt die Theorie der konstruierten Emotionen einen wichtigen Fortschritt im Verständnis von Emotionen als dynamische, sozial konstruierte Prozesse und nicht als statische, universelle Einheiten dar. Diese Theorie bietet eine reiche und nuancierte Perspektive auf die Natur von Emotionen, die dazu beitragen können, ihre Rolle im täglichen Leben und ihre Relevanz für die psychische Gesundheit besser zu verstehen.
4. ZU SUMMARIZIEREN
Nach der Theorie der konstruierten Emotion sind Emotionen nicht angeboren, sondern von Individuen durch einen komplexen Prozess der emotionalen Regulierung konstruiert, der die Zuordnung von Bedeutungen zu bestimmten Reizen oder Erfahrungen beinhaltet. Dieser Prozess beinhaltet eine kognitive Bewertung von Reizen, die darin besteht, sie zu interpretieren nach:
Überzeugungen, Wissen und Erwartungen
Zum Beispiel kann eine Person, die negative Überzeugungen über sich selbst hat, konstruktive Kritik als persönlichen Angriff interpretieren, der negative Emotionen wie Wut oder Traurigkeit auslösen kann.
Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Urteil
Eine Person kann ihre Emotionen regulieren, indem sie sich eher auf positive Aspekte einer Situation als auf negative Aspekte konzentriert oder indem sie sich an positive Erfahrungen erinnert, um einen positiven emotionalen Zustand zu verstärken.
Sozialer Kontext (kulturelle Normen und soziale Erwartungen)
In einigen Kulturen kann der offene Ausdruck von Wut als unangemessen angesehen werden, während er in anderen Kulturen als eine akzeptable Form des emotionalen Ausdrucks angesehen werden kann.
Soziale Rollen, zwischenmenschliche Beziehungen
Zum Beispiel, wenn eine Person Schmeichelei verwendet, um ihre Beziehung zu einer anderen Person zu verbessern.
Physische Kontexte (Zeit, Beleuchtung, Geräusche)
Menschen können sich in lauten, überladenen Umgebungen ängstlicher fühlen, während ruhige, friedliche Umgebungen entspanntere und positivere emotionale Zustände hervorrufen können.
Hintergrund und Persönlichkeit
Zum Beispiel können manche Menschen aufgrund ihrer Lebensgeschichte oder ihres Temperaments anfälliger für Angstzustände sein, während andere aufgrund ihrer Fähigkeit, ihre Emotionen effektiv zu regulieren, gegenüber stressigen Ereignissen widerstandsfähiger sind.

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Konstruierte Emotionstheorie und Virtual Reality FAQ
Wie lange gibt es das schon?
C2Care testet seine Virtual-Reality-Expositionstherapie-Software seit 2016 in Krankenhäusern. Diese klinische Erfahrung hat es möglich gemacht, den Katalog der Umgebungen, die den Behandlern angeboten werden, schrittweise zu erweitern.
Wie wird Virtual Reality genutzt?
Der Behandler setzt den Patienten virtuellen Umgebungen aus, die angstauslösende Situationen reproduzieren und die Intensität der Reize allmählich anpassen. Diese abgestufte Exposition, die in einer sicheren und reproduzierbaren Umgebung durchgeführt wird, fördert die Gewöhnung und das Management von Emotionen.
Was ist eine virtuelle Umgebung?
Eine virtuelle Umgebung ist eine immersive Szene, die eine angstauslösende Situation oder einen Ort wie ein Flugzeug, eine Menschenmenge oder einen Aufzug reproduziert. Diese Szenarien, die identisch reproduziert werden können, ermöglichen es dem Behandler, die Intensität der dem Patienten angebotenen Reize anzupassen.
Kann virtuelle Realität gefährlich sein?
Virtuelle Realität wird nicht als gefährlich angesehen, kann aber bei etwa 10% der Menschen zu Cybersickness führen. Dieses Phänomen führt zu Empfindungen wie Übelkeit, im Allgemeinen vorübergehend, verbunden mit dem Eintauchen.
Welche Pathologien können in der virtuellen Realität behandelt werden?
Virtuelle Realität wird bei der Behandlung von Angststörungen, einschließlich Phobien, posttraumatischem Stress und Zwangsstörungen eingesetzt. Sie greift auch in die Behandlung von Süchten, Stimmungsstörungen und kognitiver Remediation ein.
Kann mir bei der Verwendung des Headsets übel werden?
Manche Menschen können Übelkeit im Zusammenhang mit Cybersickness erleben, ein Phänomen, das etwa 10% der Benutzer betrifft. Diese Empfindung ist im Allgemeinen vorübergehend und variiert je nach individueller Empfindlichkeit gegenüber virtuellem Eintauchen.
Wer kann Virtual Reality zur Behandlung nutzen?
Therapeutische virtuelle Realität richtet sich an Behandler wie Psychologen, Psychiater und Ergotherapeuten. Es kann sowohl in Privatpraxen als auch in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern, Kliniken oder Pflegeheimen verwendet werden.
Autor
C2Care





